Meine Olympiade
Auf dieser Seite dokumentiere ich mein Projekt, Ilja Trojanow zu folgen und als ganz normale Frau mittleren Alters die Sportarten der olympischen Sommerspiele zu erproben. Zum einen, weil ich mich gern bewege und draußen bin. Zum anderen, um zu verstehen, wo meine Grenzen sind und ob und wie ich sie verschieben kann.
Aber vor allem, um mitten ins Leben zu gehen. Viele Menschen in meinem Beruf investieren viel Zeit in Fortbildungen. Ich mache das sicherlich weniger intensiv als andere. Mir ist es wichtiger, ins Leben zu gehen, auszuprobieren, Erfahrungen zu sammeln und immer wieder vor Herausforderungen zu stehen. Manchmal ist das schlicht eine Leistung: Schneller werden, mehr Gewicht stemmen, mehr Konzentration aufwenden. Ganz oft aber ist es auch eine Erweiterung meiner Vorstellungskraft: Habe ich das Bild von meinem Körper, das gerade hilfreich ist, um eine bestimmte Bewegung auszuführen? Was, wenn ich mich verändere? Was, wenn ich meine Position verändere? Was, wenn ich die Umstände verändere?
Schließlich erlaubt mir dieses Projekt, Orte und Menschen kennenzulernen, die sonst niemals in meinen Alltag gefunden hätten. Schießanlagen. Dojos. Die Stadt vom Wasser aus neu sehen. Auch das ist epistemische Erweiterung.
So zahlt die Olympiade direkt in Coaching und Beratung ein.
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Tag 1: Meine Olympiade
Ich lese „Meine Olympiade“ von Ilja Trojanow und denke: Gute Idee. Das will ich auch probieren. Die 86 Einzeldisziplinen der Olympischen Sommerspiele, jeweils halb so gut wie die Gewinnerin von Tokio 2020. Ich habe – offen gestanden – noch nicht von allen gehört, von Omnium, Skeet und Trap etwa noch nicht. Ihr? Bei anderen fehlt…
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Tag 2: Wiegen, Messen, Planen
Wiegen und messen: Die Verletzungspause macht sich mit Zusatzkilos bemerkbar. Also ist ein erstes Ziel, zum Vorverletzungsgewicht zurückzukommen. Und ein zweites, die Muskulatur im verletzten Bein zu stärken. Ich muss also den Umfangszuwachs des Bauches zurück aufs Bein schieben. Grundfitness verbessern : 7 km vorsichtiger Lauf zum Brötchenholen. Gehpausen bergab, um das Knie zu schonen,…
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Tag 3: Schwimmen und Self-Care
Das Knie meldete zurück, es habe die gestrige Strecke als etwas übertrieben empfunden; ich möge zukünftig entweder mit dem Rad zu diesem Bäcker fahren oder den mobilen Stand im eigenen Dorf aufsuchen. Darum folgte ich heute einer Doppelmaßnahme. Maßnahme 1. Schwimmen statt Laufen. Da das erste Zwischenziel ja im Sportabzeichen besteht und ich als Ausdauerstrecke…
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Tag 4: Kollateralsport
Zu den wirklich lästigen Begleiterscheinungen als Eltern gehört es, sinnlos am Sportplatz rumzuhängen, während die Kinder Sport treiben. Wenn es ganz schief läuft, bekommt man als Zentrale der Zuständigkeit Aufträge für unentgeltliche Dienstleistungen, die eigentlich anderen Berufsgruppen obliegen: Personentransport, Bäckerei, Wäscherei, Krankenpflege. Die Motivation für diese Aufträge wäre ungleich höher, könnte ich die Zeit nutzen,…
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Tag 5: Regeneration
„Du hast doch gerade mal angefangen, wovon willst Du Dich denn jetzt schon regenerieren?“, fragt das wohlbekannte Teufelchen auf meiner Schulter. „Ich will nicht denselben Fehler machen wie bislang, und keine Regenerationsroutine entwickeln“, antworte ich geduldig, und darum gibt’s heute Regeneration. Was durchaus Tücken hat. In Trainingsplänen in Kioskzeitschriften steht unter einzelnen Tagen „Regeneration“, als…
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Tag 6: Laufen und Fliegen
Vom Wochenende habe ich gelernt, dass 7km derzeit noch zu viel sind. Also heute ein neuer Versuch: 5km. Ich werde morgen wissen, wie angemessen das war. Zwei Kleinigkeiten habe ich mich getraut: Die Brückenrampe fast schon runtersprinten, dabei auf Vorderfußlauf achten, damit genug Federung im Bein ist. Zweimal zwischen zwei Apfelbäumen beschleunigen, um das Laufen…
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Tag 7: Weitsprungdidaktik
Heute war wenig Zeit, und ich war seeeeeehr versucht, die Auslastung zur Ausrede weiterzuentwickeln. Aber wenn das einmal einreißt, ist die Sache verloren, nicht wahr? Es werden weitere Tage mit hoher Auslastung kommen. Ich habe heute gelernt, dass die Kunst darin besteht, trotzdem eine minimale tägliche Routine beizubehalten. Also schlugen wir schon 15 Minuten vor…
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Tag 8: Laufen und Schafe
„Hast Du jetzt eigentlich Angst vor Autos?“, fragte eine Bekannte, nachdem sie von dem Unfall hörte. Nein, dachte ich. Und stellte dann fest, dass ich seit November die Strecke nicht mehr gelaufen oder gegangen war und zusammenzucke, wenn ein Auto sehr nah und spontan bremst. Darum war es heute an der Zeit, zu erproben, wie…
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Tag 9: Messen, Wiegen, Rücken
Heute, am Sonntag, war es wieder Zeit, Daten zu erheben. Das Gewicht hat sich nicht verändert, aber der Plan, Umfang vom Bauch auf die Beine zu verschieben, zeigt erste Ergebnisse. Das ist schon mal gut. Auch den Vorsatz von vergangener Woche, nicht erneut die Strecke zum Bäcker zu laufen, sondern das Rad zu nehmen, habe…
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Tag 10: Gold! 100m Brust
Lydia Jacoby 2020/21: 100m Brust in 1:04.95 Ich heute: 50m Brust in 1min. Ich habe mich gefühlt wie ein ausgestorbenes Reptil. Was machen meine Arme? Gefühlt nichts, ein reiner Unterarmzug. Was ist mit der Gleitphase? Auch nichts, viel zu hektisch. Ab 40m: Ok, den Rest der Bahn ohne Beinschlag, egal! Ich war gar nicht vorbereitet!…

